© Gerhard Geyer

 
 

Die Malediven

Einer der schönsten Plätze auf dieser Erde. Wo sonst ist man der Natur so nah? Wo sonst ist die Sensation aus Abgeschiedenheit, weißem Sand, türkisfarbenem Wasser und prachtvollen Tauch- und Schnorchelgründen so verdichtet wie hier? Jede Hotelinsel ist gleichzeitig ein autarkes Dorf mit allen technischen Einrichtungen. Dem Gast soll es an nichts fehlen. Der Gast ist aber Belastung für das Ökosystem. Wer dort Urlaub macht, soll verstehen, dass sein Abwasser im Riff landet (also auch das alkalisch verseuchte Abwasser seiner gewaschenen Handtücher), das Frischwasser mit enormem Energieaufwand aus Salzwasser gewonnen wird, seine Klimaanlage nur läuft und sein Akku von der Kamera nur geladen wird, weil der Strom mittels Dieselgeneratoren gewonnen wird und jedes Stückchen Müll, das er mitbringt, als verbrannter Klumpen Schlacke im Riff landet. An diesen Reglern kann jeder Tourist drehen.


Mission

Der Verein Protect the Maldives versucht, Touristen über das sensible Ökosystem der Malediven aufzuklären, um die Belastung durch Touristen zu reduzieren und so einen schonenden und nachhaltigen Tourismus zu fördern.


Inhalte

Wir haben ein paar leicht zu befolgende Regeln zusammengestellt, die in einem Merkblatt zusammengefasst wurden. Es geht um rücksichtsvolles Verhalten gegenüber Flora und Fauna, insbesondere das Korallenriff, das Sparen von Energie und Ressourcen sowie die Rücknahme von mitgebrachtem Müll. Das Merkblatt wurde in 12 Sprachen übersetzt. Alle Sprachen zusammen bilden unsere gedruckte Broschüre, die für den Verbleib im Bungalow der Hotelinseln gedacht ist.


Ziele

Jeder Tourist der Malediven soll unser Merkblatt lesen bzw. unsere Broschüre finden können. Die Verbreitung konzentriert sich auf vier Wege:


  1. 1.Bereitstellung auf den Inseln selbst. Wenn in jedem Bungalow eine Broschüre liegt, hat jeder Tourist die Chance, unsere Informationen zu lesen. Hierzu werden Partnerschaften mit den Hotelinseln angestrebt.

  2. 2.Internet. Ein erheblicher Teil der Touristen informiert sich vorher über das Internet über sein Urlaubsziel. Über unsere Homepage soll er schnell zu einem Download unseres Merkblatts geführt werden.

  3. 3.Kooperationen mit gewerblichen Anbietern. Reiseveranstalter, Fluggesellschaften, Agenturen ... die Liste derer, die eine direkte Verbindung zu Touristen hat, ist lang. Erfolgreich wurden unsere Inhalte in die Destinationsbroschüre „Malediven“ der LTU übernommen und das von uns produzierte Video wurde in das Board-Entertainment von Edelweiss integriert. Mehrere Reiseanbieter legen unser Merkblatt den Reiseunterlagen an die Kunden bei.

  4. 4.Öffentlichkeitsarbeit. Um Touristen auf die Aktion aufmerksam zu machen und sie zum Abruf unserer Informationen zu bewegen.


Herausforderungen

  1. -Die ca. 100 Hotelinseln auf den Malediven sind nicht über eine Dachorganisation o.ä. gemeinsam ansprechbar. Jede Insel muss einzeln als Partner akquiriert werden.

  2. -Häufig sind europäische Fachkräfte als Inselmanager eingesetzt. Deren Halbwertszeit ist häufig sehr klein, so dass wechselnde Ansprechpartner eine permanente Pflege der Partnerschaft erforderlich machen.

  3. -Die Broschüren werden sehr häufig von Touristen als Souvenir mitgenommen. Diese Fluktuation ist erheblich größer, als die anfänglich vermutete Verrottung durch das tropische Klima.

  4. -Der Druck der Broschüren ist sehr kostspielig. Die Lagerung und die Verteilung an die kooperierenden Inseln wird über ein befreundetes Lager in Male kostenneutral erledigt.

Willkommen

Von Touristen für Touristen

„Ein Projekt von Touristen für Touristen – das finde ich beispielhaft. Seit ich das erste Mal die Malediven während einer Expedition im Jahr 1957 besuchte, bin ich überwältigt von der Schönheit dieses Archipels. Der Tourismus stellt eine Belastung für das sensible Ökosystem dar. Wenn auch Sie die Regeln von Protect the Maldives befolgen, helfen Sie aktiv mit, dieses Naturwunder zu schützen. Dafür danke ich Ihnen sehr.“


Prof. Dr. Hans Hass – Ehrenmitglied von Protect the Maldives

 

Wussten Sie, dass …

… jeder Tropfen Frischwasser auf den Malediven von dieselbetriebenen Entsalzungsanlagen gewonnen werden muss?

... eine der größten Bedrohungen für das Ökosystem Korallenriff die Überdüngung durch eingeleitete Abwasser ist?

... der gesamte Strom, also auch für das Ladegerät der Kamera und der Klimaanlage über dieselbetriebene Generatoren gewonnen werden muss?

... der gesamte Müll verbrannt oder zu einer „Müllinsel“ im Atoll gebracht werden muss? Verbrennungsrückstände werden vor der Insel im Wasser versenkt. Es wäre eine bedeutende Entlastung, wenn jeder Tourist alle mitgebrachten Packungen auch wieder zurücknehmen würde.

... Schildkröten in Panik ertrinken können, wenn man direkt über Ihnen schnorchelt oder sie bedrängt?

... Mantas eine Schutzschicht auf der Haut haben, die sie vor Parasiten schützt und Mantas deswegen nicht angefasst werden dürfen? Nur eins von vielen Argumenten für die Forderung: „Nur mit den Augen berühren!“.

… das Wachstum von Steinkorallen extrem langsam ist? Und dass jedes Riff der natürliche und einzige Schutzwall einer Insel ist, der sie vor Erosion schützt? Inseln ohne Hausriff waren vom Tsunami 2004 besonders betroffen.

… 1998 während des El Niñõ Wetterphänomens 98% aller Korallen auf den Malediven zerstört wurden? Vier Grad Temperaturanstieg reichten, um diese Katastrophe auszulösen. Laut Reefcheck lag die Erholung Mitte 2006 bei 9%. Die Riffe der Malediven sind nach wie vor ein schwer verletzter Patient, der in der Erholungsphase ist. Umso wichtiger, das Riff zu schonen.

… 99% aller Gäste, die das so genannte Nachtfischen buchen, danach extrem enttäuscht sind und es nie wieder machen würden?

Druck der Broschüren

Der Druck unserer Broschüren ist natürlich eine ökologische Belastung, genau wie der Transport derselben auf die Malediven. Um im tropischen Klima bestehen zu können, muss das Material „gestrichen“ sein, also chemisch behandelt. Das von uns eingesetzte Material ist FSC-zertifiziert, stammt also auch nachhaltiger Forstwirtschaft. Der Druck unserer Broschüren ist klimaneutral durch Kompensation über ClimatePartner. Die im Druckprozess erzeugten CO2-Emissionen wurden Kauf von Emissionszertifikaten kompensiert.

www.fsc.org

www.climatepartner.de ... unser Zertifikat finden Sie mit der Nummer: 137-53249-1108-1001