© Gerhard Geyer

 
 

Die Malediven

Einer der schönsten Plätze auf dieser Erde. Wo sonst ist man der Natur so nah? Wo sonst ist die Sensation aus Abgeschiedenheit, weißem Sand, türkisfarbenem Wasser und prachtvollen Tauch- und Schnorchelgründen so verdichtet wie hier? Jede Hotelinsel ist gleichzeitig ein autarkes Dorf mit allen technischen Einrichtungen. Dem Gast soll es an nichts fehlen. Der Gast ist aber Belastung für das Ökosystem. Wer dort Urlaub macht, soll verstehen, dass sein Abwasser im Riff landet (also auch das alkalisch verseuchte Abwasser seiner gewaschenen Handtücher), das Frischwasser mit enormem Energieaufwand aus Salzwasser gewonnen wird, seine Klimaanlage nur läuft und sein Akku von der Kamera nur geladen wird, weil der Strom mittels Dieselgeneratoren gewonnen wird und jedes Stückchen Müll, das er mitbringt, als verbrannter Klumpen Schlacke im Riff landet. An diesen Reglern kann jeder Tourist drehen.


Mission

Protect the Maldives versucht, Touristen über das sensible Ökosystem der Malediven aufzuklären, um die Belastung durch Touristen zu reduzieren und so einen schonenden und nachhaltigen Tourismus zu fördern.


Inhalte

Wir haben ein paar leicht zu befolgende Regeln zusammengestellt, die in einem Merkblatt zusammengefasst wurden. Es geht um rücksichtsvolles Verhalten gegenüber Flora und Fauna, insbesondere das Korallenriff, das Sparen von Energie und Ressourcen sowie die Rücknahme von mitgebrachtem Müll. Das Merkblatt wurde in 12 Sprachen übersetzt.


Historie

Von 2002 bis 2014 war PTM ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Mit den Geldern wurde eine Broschüre gedruckt, die die 12 Sprachen beinhaltete, welche den Touristeninseln für die Auslage in jedem Bungalow kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Für dieses aufwändige und teure Unterfangen konnte ab 2014 keine tragfähige Organisation mehr bereitgestellt werden, so dass der Verein aufgelöst wurde. Er sollte und wird jedoch weiterhin im Internet vertreten sein und die Idee in die Zukunft tragen -- auf dieser Seite und der Facebook-Präsenz.

Insgesamt wurden in den 12 Jahren etwa 20.000 Broschüren gedruckt und an kooperierende Touristeninseln verteilt. Ständig wechselnde Managementer auf den Inseln, unzuverlässige Logistikpartner auf den Malediven und sehr anstrengende Akquisetätigkeiten für das erklärungsbedürftige Produkt forderten die allesamt ehrenamtilichen Mitglieder und Vorstände täglich heraus.

Das Feedback war immer sehr positiv und es entwickelten sich freundschaftliche Partnerschaften zu Inseln und ihren Managern, zu Tauchbasen und den Tauchlehrern, zu Meeresbiologen und vielen, vielen engagierten Menschen, die uns unterstützt haben.

Wir haben mit Sicherheit dazu beigetragen, dass bestimmte Verhaltensweisen heute von viel mehr Touristen als selbstverständlich wahrgenommen werden und dass auch die Inselmanagementer verstanden haben, Nachhaltigkeitsaspekte fest in ihre Arbeit zu integrieren.

Willkommen

Wussten Sie, dass …

… jeder Tropfen Frischwasser auf den Malediven von dieselbetriebenen Entsalzungsanlagen gewonnen werden muss?

... eine der größten Bedrohungen für das Ökosystem Korallenriff die Überdüngung durch eingeleitete Abwasser ist?

... der gesamte Strom, also auch für das Ladegerät der Kamera und der Klimaanlage über dieselbetriebene Generatoren gewonnen werden muss?

... der gesamte Müll verbrannt oder zu einer „Müllinsel“ im Atoll gebracht werden muss? Verbrennungsrückstände werden vor der Insel im Wasser versenkt. Es wäre eine bedeutende Entlastung, wenn jeder Tourist alle mitgebrachten Packungen auch wieder zurücknehmen würde.

... Schildkröten in Panik ertrinken können, wenn man direkt über Ihnen schnorchelt oder sie bedrängt?

... Mantas eine Schutzschicht auf der Haut haben, die sie vor Parasiten schützt und Mantas deswegen nicht angefasst werden dürfen? Nur eins von vielen Argumenten für die Forderung: „Nur mit den Augen berühren!“.

… das Wachstum von Steinkorallen extrem langsam ist? Und dass jedes Riff der natürliche und einzige Schutzwall einer Insel ist, der sie vor Erosion schützt? Inseln ohne Hausriff waren vom Tsunami 2004 besonders betroffen.

… 1998 während des El Niñõ Wetterphänomens 98% aller Korallen auf den Malediven zerstört wurden? Vier Grad Temperaturanstieg reichten, um diese Katastrophe auszulösen. Laut Reefcheck lag die Erholung Mitte 2006 bei 9%. Die Riffe der Malediven sind nach wie vor ein schwer verletzter Patient, der in der Erholungsphase ist. Umso wichtiger, das Riff zu schonen.

… 99% aller Gäste, die das so genannte Nachtfischen buchen, danach extrem enttäuscht sind und es nie wieder machen würden?